10.10.2021

Mehr Frauen in der Zahnmedizin: Was sich in der Praxis ändert

Interview: Wie die Praxisausstattung den Bedürfnissen von Zahnärztinnen gerecht wird – Cornelia Reiniger-Pallotta gibt Einblicke aus Anwenderinnensicht

Cornelia Reiniger-Pallotta hat 2009 eine Praxis in einem Münchner Altbau übernommen. Ihr Mann führt als Zahntechnikermeister das Praxislabor. Als Zahnärztin repräsentiert sie damit eine Tendenz in der Zahnmedizin, die sich seit einigen Jahren abzeichnet: Der Frauenanteil steigt. Welche Faktoren ändern sich dadurch rund um den Praxisalltag und die Behandlungsweise? Und welche Stellschrauben helfen dabei, den Praxisalltag an eher weibliche Bedürfnisse anzupassen? Cornelia Reiniger-Pallotta zieht Bilanz aus eigener Erfahrung.

Frau Reiniger-Pallotta, Sie haben sich bereits vor über 10 Jahren in eigener Praxis niedergelassen. Was haben Sie anders gemacht als Ihre männlichen Kollegen?

Ein großer Unterschied ist meinem Empfinden nach das Praxisdesign. Ich habe den Eindruck, Frauen setzen allgemein mehr Farbe ein als Männer. Wir haben jetzt die Kombination Grün mit Lila und versuchen, dieses Farbkonzept komplett durchzuziehen: mit lilafarbenen Bechern, Handschuhen, Lätzchen, Saugern, Mundschutz und so weiter. Es war gar nicht leicht, die passenden Behandlungsstühle zu finden! Anfangs hatte ich einen grauen Behandlungsstuhl, denn es gab kein schönes Lila, was zur restlichen Ausstattung gepasst hätte. Die passende Behandlungseinheit habe ich erst später bei Planmeca gefunden: Dort haben wir genau unser Lila bekommen.

Schwebestuhl mit Schwingbügel-System von Planmeca in der Zahnarztpraxis

Die Polsterfarbe der Planmeca-Behandlungseinheit passt perfekt zum Praxisdesign.

Haben Sie sich denn nur aufgrund der Polsterfarbe für Ihre neue Behandlungseinheit entschieden?

Nein, natürlich nicht! Wir haben inzwischen fünf Behandlungseinheiten von Planmeca – die Compact i5 und die Compact i Classic – und da kam es mir auch auf ein paar andere Features an: Es sind alles Schwebestühle mit Schwingbügel-System. Den ersten Stuhl hatte ich für meine Prophylaxehelferin gekauft, die Rückenbeschwerden hatte: Eine Physiotherapeutin hatte sich extra ihre Bewegungsabläufe während der Behandlung angesehen. Danach stand fest: Wenn wir neue Stühle kaufen, dann auf jeden Fall mit Schwingbügel. Seit sie dieses System nutzt, haben sich ihre Beschwerden enorm gebessert! Ich finde es auch sehr entlastend für die Handgelenke, da die Instrumente nicht nach unten ziehen, sondern griffbereit oben hängen. So kann man sie schneller benutzen und wenn man das Instrument loslässt, schnellt es von allein zurück, ohne dass man erst die passende Öffnung suchen muss. Mit dem Schwingbügel-System arbeitet es sich also sehr rücken- und handschonend – das gilt zwar auch für Männer, aber da Frauen meist noch ein bisschen zarter gebaut sind, erleichtert es besonders ihnen die Arbeit.

Dank Schwebestuhl-Prinzip habe ich enorme Beinfreiheit, sodass ich jetzt rund um meinen Patienten rollen und ihn von allen Seiten behandeln kann. Insbesondere bei längeren Behandlungen wechsle ich zwischendurch gerne die Seite, um meinen Körper ausgewogener zu belasten, und präpariere von der anderen Seite. Dafür ist das Schwingbügel-System ebenfalls perfekt geeignet, da sich das Tray in der Mitte befindet. Somit ist der Schwingbügel auch für Linkshänder eine Arbeitserleichterung: Man ist flexibler und braucht nicht extra eine Linkshänder-Behandlungseinheit anzuschaffen.

An den neuen Einheiten haben wir jetzt auch einen schnurlosen Fußanlasser – das ist sehr praktisch, denn ich kann ihn einfach mitnehmen, ohne dass sich Kabel verheddern. Ich bin nur knapp 1,60 Meter groß und endlich habe ich die Bewegungsfreiheit, die ich brauche, um überall dranzukommen. Das geht wahrscheinlich vielen kleineren Frauen so – von daher finde ich das Schwebestuhlkonzept für Behandlerinnen großartig. Der Stuhl lässt sich auch sehr tief herunterfahren – das ist ein großer Vorteil, denn sonst müsste ich den Patienten weiter kippen, um ihn optimal behandeln zu können. Somit ist alles viel besser erreichbar, was an anderen Einheiten schwieriger wäre.

Behandlungseinheit von Planmeca in der Zahnarztpraxis

Die Behandlungseinheiten von Planmeca bieten nach Cornelia Reiniger-Pallotta viele Vorteile für Frauen.

Welche weiteren Faktoren haben Ihre Entscheidung für die Compact-i-Einheiten beeinflusst?

Der Name ist hier wirklich Programm, denn die Einheiten sind sehr platzsparend. 2020 haben wir die Praxis komplett umgebaut, um mehr Zimmer und damit mehr Behandlungsmöglichkeiten zu schaffen. Das ist nämlich auch ein typisches Frauenthema, das mit der Feminisierung einhergeht: Seitdem ich ein Kind habe, habe ich meine Stunden reduziert und einen zusätzlichen Behandler angestellt – und wenn man sich die Stunden nicht exakt untereinander aufteilt und sich somit nicht immer dasselbe Zimmer teilen kann, dann braucht man ein Zimmer mehr.

Im Altbau ist das ein bisschen wie Tetris spielen, was wohin passt ... Jetzt haben wir das Maximum aus den vorhandenen Quadratmetern herausgeholt. Ohne die neuen Stühle hätten wir den Umbau so nicht realisieren können. Und weil die Einheiten schweben, sieht der Raum gar nicht so vollgepackt aus, obwohl da eigentlich nicht viel Platz ist. Und es schaut trotzdem noch schön aus. Dieser Anspruch ist wahrscheinlich auch typisch weiblich: Es soll ja noch schön aussehen!

Darüber hinaus haben die Einheiten viele raffinierte Details: Das integrierte Reinigungsprogramm finde ich sehr praktisch, zumal man keinen separaten Topf braucht, der auch noch mal Platz benötigt, sondern sich alles direkt in der Einheit abspielt. Die Einheit selbst lässt sich komfortabel über das Touchdisplay steuern. Sehr praktisch: Man kann sich seine individuellen Benutzereinstellungen wie Behandlungspositionen und Instrumenteneinstellungen unter dem jeweiligen Behandlernamen einspeichern und wählt sie einfach am Display aus. Das ist für Mehrbehandler-Praxen natürlich sehr zeitsparend – vor allem, wenn es, wie bei uns, männliche und weibliche Behandler gibt, die sehr unterschiedliche Körpergrößen haben.

Außerdem hat man eine individuelle Sprachwahl – ich kann die Einheit also auch auf Japanisch umstellen, was für uns äußerst praktisch ist: Wir haben mehrere japanische Mitarbeiterinnen, da es ein Extra-Service unserer Praxis ist, gezielt Behandlungen und Hilfestellungen für japanische Patienten anzubieten. Das Farbschema kann man auch anpassen – da haben wir natürlich Lila gewählt!

Haben Sie weitere Praxisausstattung, von der Sie sagen, sie erleichtert Ihnen als Zahnärztin die Arbeit?

Ja, indirekt: mein DVT! Seit ich das 3D-Röntgen einsetze, traue ich mir viel mehr Behandlungen zu, die ich früher überwiesen hätte. Ich glaube, Frauen haben eine größere Hemmnis, Patienten einfach aufzuschneiden, und sind ein bisschen vorsichtiger als Männer. Mit den DVT-Aufnahmen fühle ich mich einfach sicherer, weil ich vorher schon weiß, was mich erwartet. Ich habe früher viel mehr an Chirurgen überwiesen, zum Beispiel Fälle in Nähe der Kieferhöhle. Mit dem DVT kann ich es jetzt messen und planen. Mein DVT ist übrigens auch von Planmeca: Ich arbeite mit dem ProMax 3D s, das für die Implantatplanung bestens geeignet ist. Dank der hohen Auflösung und sehr scharfen Bildqualität erkenne ich selbst kleinste Details und das gibt mir viel Sicherheit.

Die Aufnahmen kann ich anschließend gut mit dem Patienten besprechen und ihm darauf basierende Empfehlungen aussprechen. Die gesamte DVT-Technik nehmen meine Patienten sehr gut an: Wer ein Implantat will, macht ein DVT – da ist es unerheblich, dass Zusatzkosten anfallen. Denn die Patienten verstehen ebenfalls, dass der Eingriff viel sicherer ist, wenn man vorher genau weiß, was einen erwartet, und es keine Überraschungen während der OP gibt.

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Wie sind Sie denn auf Planmeca aufmerksam geworden?

Das war eine sehr gute Empfehlung von unserem Dentaldepot auf die Überlegungen: Was gibt es für Behandlungsstühle? Was passt bei uns gut rein? Und was sieht auch noch gut aus? So kam der finnische Dentalgerätehersteller ins Spiel. Das Design von Planmeca finde ich einfach schön: Die Einheiten sind optisch schlichter – das ist dieses nordische, einfach schöne Design.

Wir waren sogar zur Werksbesichtigung in Helsinki, das hat uns sehr gut gefallen! Das gesamte Firmenkonzept finde ich richtig gut und es war eine sehr interessante Führung: Es war spannend zu sehen, aus wie vielen Teilen die Geräte bestehen und welche Arbeit dahintersteckt. Alles wird vor Ort gefertigt – und obwohl sie in Finnland sitzen, kommt man im Fall der Fälle sehr schnell an Ersatzteile.

Wohin entwickelt sich die Feminisierung in der Zahnmedizin Ihrem Eindruck nach in Zukunft?

Bei einer Gründung muss man viel in die Einrichtung investieren. Zudem stehen Frauen vor organisatorischen Hürden: Wenn man zuerst gründet, die Familienplanung aber noch offen ist, wird es problematisch, wenn man eines Tages wirklich Mutter wird und eine Vertretung benötigt. Es gibt keine offiziellen Hilfestellungen. Da ist man aktuell noch komplett auf sich allein gestellt und die Feminisierung noch nicht angekommen.

Ich denke, es werden zukünftig viel mehr Gemeinschaftspraxen entstehen. Die Hürden für Frauen auf dem Weg in die Selbstständigkeit werden dadurch kleiner.

Herzlichen Dank für das Gespräch!

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www.nwd.de/planmeca

Bilder: Planmeca/Cornelia Reiniger-Pallotta
Text: Planmeca/Maria Reitzki

Erstveröffentlichung bei am 15.09.2021 in der dzw