30.05.2021

Moderne MKG: Digitalisierung in der Jugendstilvilla

Interview: Gründer Dr. Dr. Pawel Schwartzmann gibt Ausblicke auf die Zukunft der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Der Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie hat sich 2021 selbstständig gemacht. Seine Praxis in Berlin-Dahlem ist ein Ort der Kontraste: In der umgestalteten Jugendstilvilla trifft Vergangenheit auf Zukunft, Kunst auf Technik, Beständigkeit auf Wandel. Im Interview verrät Dr. Dr. Pawel Schwartzmann, wie sich die Immobilie während der Gründungsphase zur zukunftsweisenden Praxisklinik gewandelt hat.

Dr. Dr. Pawel Schwartzmann

Dr. Dr. Pawel Schwartzmann

Herr Dr. Dr. Schwartzmann, privat sind Sie sehr kunstaffin. Ihr ausgeprägter Sinn für Ästhetik ist auch in Ihrem Beruf von immenser Bedeutung. Anfang 2021 haben Sie Ihre MKG-Praxis in einer wundervollen Jugendstilvilla neu eröffnet. Haben Sie lange nach der perfekten Immobilie gesucht? Wie haben Sie den Umbau und die Gründungsphase erlebt?

Alles Gute findet man plötzlich und unerwartet – so verhielt es sich auch mit dieser Immobilie. Sie befindet sich an einem wunderbaren Standort: Hier in der Gegend habe ich bereits studiert sowie in einer Zahnklinik gearbeitet, bevor ich für sechs Jahre hauptsächlich in der Schweiz tätig war. Dieser Standort ist im Grunde meine alte Hood – und ich mag es sehr, hier zu sein: Ich kann mit dem Fahrrad zur Arbeit und in der Mittagspause nach Hause fahren – das alles bedeutet für mich Lebensqualität. Und diese Lebensfreude, die ich daraus ziehe, gebe ich an meine Patienten weiter.

Mit dem Gründungsprojekt sind wir 2019 gestartet und die Immobilie war, gelinde gesagt, eine Bruchbude. Wir haben das Haus komplett entkernt, einen Fahrstuhl eingebaut und es soweit umgebaut, dass es dem Klinikstatus entspricht. Ein großer Dank gilt vor allem meinem Vater, der die Baumaßnahmen koordiniert hat, und meinem Dentalhändler: Meine Fachberaterin und meine Planerin haben das Projekt komplett begleitet – hier vor Ort und immer für mich erreichbar. Für diesen regen Austausch bin ich sehr dankbar. Wir haben das Projekt so vorausschauend wie möglich geplant, damit die Klinik auf lange Sicht dem aktuellen Standard entsprechen wird. Das Hygienekonzept unserer Praxisklinik wird übrigens von dem führenden Hygieniker hier in Berlin begleitet.

Ihre Praxisklinik bietet also alle Möglichkeiten zur stationären Behandlung?

Genau, wir haben zusätzlich zur ambulanten Praxis eine Station, die zwei stationäre Betten bietet. Sobald mir die Behörden den Klinikstatus erteilen, können Patienten auch über Nacht bleiben.

Praxisplanung mit NWD: Die Jugendstilvilla von Dr. Dr. Schwartzmann wurde komplett entkernt und entspricht heute Klinikstatus.

Die Jugendstilvilla wurde komplett entkernt und entspricht heute Klinikstatus.

Wo liegen Ihre Tätigkeitsschwerpunkte?

Aufgrund meiner Ausbildung kann ich das gesamte Spektrum der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie bedienen: von der Parodontologie über die Implantologie bis hin zur Ästhetisch-Plastischen Gesichtschirurgie. Ich habe sowohl die ärztliche als auch die zahnärztliche Zulassung und ich empfange Privat- ebenso wie Kassenpatienten. Wir führen hier Eingriffe von medizinischer Notwendigkeit und rein ästhetische Maßnahmen durch. Dabei sind wir intraoral im Bereich der Kiefer und auch darüber hinaus im Gesicht tätig – und somit arbeite ich an einem 3D-Organ par excellence.

Apropos 3D: Sie haben Ihre Praxis komplett mit Geräten des finnischen Dentalgeräteherstellers Planmeca ausgestattet. Wie sind Sie auf Planmeca aufmerksam geworden und warum haben Sie sich für diesen Hersteller entschieden?

Während meiner Arbeitszeit in der Schweiz habe ich den digitalen Workflow in der Implantologie kennen und sehr zu schätzen gelernt. Daher war ich in meiner Gründungsphase auf der Suche nach einem System, das diesen gesamten Workflow in einem einzigen Programm zusammenfasst – vom DVT über den Intraoralscan bis hin zum 3D-Druck. Auf der IDS 2019 in Köln habe ich dann Planmeca entdeckt, die zu dem Zeitpunkt als einzige den gesamten Ablauf bis hin zum Druck in nur einem System abbilden konnten. Ich wollte ein System, das perfekt aufeinander abgestimmt ist und bei dem alles aus einer Hand kommt – und natürlich dementsprechend bedienfreundlich ist. So habe ich Planmeca kennengelernt!

Ein weiteres wichtiges Argument: Als Chirurg sind meine Patienten sowieso sehr angespannt. Zudem verbringen sie längere Zeit auf dem Behandlungsstuhl als ein zahnärztlicher Patient. Und da habe ich schon von vielen Patienten gehört, wie hart und unbequem das Polster der Behandlungseinheit ist ... Auf der IDS habe ich dann erstmals auf den superweichen Polstern von Planmeca gesessen und dachte mir direkt, das könnte was für meine Patienten sein! So habe ich mich für zwei Compact-i5-Behandlungseinheiten von Planmeca mit den sehr angenehmen Ultra-Relax-Polstern entschieden: Die Polster passen sich perfekt der Körperform an, sodass sie meinen Patienten dabei helfen, sich auch bei längeren Behandlungen zu entspannen.

Funktion und Komfort haben somit in erster Linie zu meiner Entscheidung für Planmeca geführt.

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Auch ein DVT ist Teil Ihres digitalen Workflows: Sie nutzen den ProMax 3D Mid von Planmeca. Warum haben Sie sich für dieses Gerät entschieden? Und welche Funktionen begeistern Sie besonders?

Da ich mich auf Zygoma-Implantate spezialisiert habe, brauche ich ein DVT, das große Aufnahmevolumen bis zum Jochbein ermöglicht – und das bietet mir mein Planmeca-Gerät mit Volumengrößen von bis zu 20 x 17 cm. Das großvolumige DVT möchte ich zukünftig auch für Dysgnathie-Operationen nutzen; dafür ist ja ebenfalls die komplette Darstellung des Kiefers notwendig.

Vor allem begeistert mich die dazugehörige Software Romexis, die alle Planmeca-Geräte in meiner Praxis miteinander verbindet. Das Programm ist intuitiv zu bedienen – wirklich Hut ab!

In Kombination mit dem DVT bietet mir Planmeca zudem eine einzigartige Methode für die präoperative Planung, die ich als Ästhetisch-Plastischer Gesichtschirurg brauche: ProFace. Das ist ein 3D-Gesichtsscanner, der ein realistisches 3D-Gesichtsfoto sowie eine DVT-Aufnahme mit nur einem einzigen Scan erstellt. Das 3D-Foto kann ich übrigens auch separat und ohne Strahlung erzeugen!

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Inwiefern bereichert das ProFace-System von Planmeca Ihre Arbeit?

Mithilfe der 3D-Gesichtsaufnahmen kann ich meine Patienten sehr gut in den Behandlungsprozess einbeziehen und sie viel informativer und qualitativ besser beraten.

Außerdem hilft mir das System, quantitativ an die OP-Planung heranzugehen: Ich kann genau ausmessen, um wie viele Millimeter beispielsweise die Augenbrauen bei einem Patienten angehoben werden sollten, um optimale Proportionen zu erreichen. Auf dem Papier oder vor dem Spiegel ist das relativ schwierig, da sich in jeder Position die Gesichtsmuskeln, das Gewebe und die Mimik verändern, sodass die Ansicht immer verfälscht wird. Ebenso unterschiedlich ist die Darstellung, wenn man Fotos zu unterschiedlichen Tageszeiten und Beleuchtungen macht. Beim ProFace-Gesichtsscan bekommt man immer eine perfekte Aufnahme aus dem aufrechten Stand – zu einheitlichen Lichtverhältnissen im identischen Raum.

Das 3D-Gesichtsfoto und der knöcherne Datensatz werden dann übrigens automatisch von der Software gematcht – es ist keine manuelle Bearbeitung nötig. Das ist ein wirklich innovatives Feature, das ich in dieser Art bisher nur bei Planmeca gefunden habe!

Dr. Dr. Pawel Schwartzmann, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, im Beratungsgespräch mit einer Patientin in seiner Dahlemer Praxis.

Dr. Dr. Pawel Schwartzmann, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie, im Beratungsgespräch mit einer Patientin in seiner Dahlemer Praxis.

Wie sehen Sie die Zukunft der MKG?

Wenn man den Anspruch verfolgt, alles perfekt und symmetrisch zu machen, dann bedarf es einer quantitativen – und damit digitalen – Planung. Ich vergleiche das ein bisschen mit der Landung eines Flugzeugs: Natürlich kann ein Flugzeug-Pilot eine Boeing landen – er ist darin geschult, auch mit schwierigen Situationen umzugehen. Aber fühlen wir Passagiere uns an Bord nicht sicherer, wenn es zusätzlich Kontrollsysteme gibt, die den Piloten warnen und die die richtige Landebahn und den richtigen Landewinkel vorgeben? Er ist dann trotzdem ein guter Pilot, der aber seine Navigationssysteme hat. Ich denke, da kann man Parallelen ziehen. Die Praxisklinik Dahlem verfügt über die Hard- und Software, um die Implantation auf ein sehr hohes Niveau zu heben.

Wenn es um das ProFace-Tool geht, sehe ich es so: Gesichtschirurgen und Plastische Chirurgen werden in Zukunft nicht umhinkommen, das Operationsfeld dreidimensional abzubilden – einerseits zur Dokumentation und andererseits zur Patientenberatung. Und wenn man als Chirurg einem eher wissenschaftlichen Ansatz folgen möchte, dann braucht man einfach so eine exzellente dreidimensionale Bildgebung. Vorausgesetzt, als Behandler weiß man die neue Technologie zu schätzen und will einen innovativen Ansatz verfolgen.

Haben Sie bereits weitere digitale Highlights für Ihre Praxis in Aussicht?

Zurzeit treibe ich die 3D-navigierte Implantation voran! Mein Ziel ist es, den digitalen Workflow bis zur fertigen Bohrschablone vollständig inhouse abzubilden. Die komplette Ausstattung dafür ist schon in der Praxis vorhanden. Dadurch können wir die Implantation planen und in einer Stunde haben wir die fertige Bohrschablone! Die Vorteile der navigierten Implantation liegen auf der Hand: bessere Planung, mehr Sicherheit, bessere Prothetik, Langlebigkeit des Zahnersatzes, kürzere OP-Dauer – die Vorteile sind definitiv da!

Herzlichen Dank für das Gespräch!

Weitere Infos

Planmeca Vertrieb Deutschland:
NWD
Schuckertstraße 21
48153 Münster
Tel.: +49 (0) 251 / 7607-0
Fax: +49 (0) 251 / 7607-201
ccc@nwd.de
www.nwd.de

Bilder: Dr. Dr. Pawel Schwartzmann
Text: Planmeca/Maria Reitzki

Erstveröffentlichung in der DZW am 26.05.2021